Coaching und Supervision folgen ähnlichen Zielsetzungen und weisen viele Übereinstimmungen auf. Beides sind im Rahmen der DGSv qualifizierte Beratungsformate für die Klärung von Fragen rund um den Arbeitsplatz. Die Begriffe entstammen jedoch unterschiedlichen Traditionen und richten sich ursprünglich an verschiedene Personengruppen.

Supervision ist ursprünglich im Umfeld von Sozialarbeit und Psychotherapie entstanden. Sie dient dort v.a. Fachkräften sozialer Dienstleistungssysteme dazu, regelmäßig ihre Arbeitskontakte mit Klienten aufzuarbeiten und dabei persönliche Ressourcen und Sichtweisen zu erweitern. Heute ist Supervision ein Beratungsprozess für Einzelne, Teams oder Gruppen in Unternehmen oder Non-Profit-Organisationen, der die Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit gewährleistet. Dabei gibt es eine große Bandbreite von Supervision, wobei der Supervisor auf verschiedenen Ebenen je nach Bedarf und vorhandenen Kompetenzen unterschiedliche Rollen einnimmt: Klärungshelfer, Fachberater, Führungsberater, Konflikt-Mediator, Trainer, Organisationsberater...

Coaching ist dagegen - verkürzt formuliert - personenbezogene Einzelberatung von Menschen in der Arbeitswelt. Coaching hat seine Wurzeln in der betrieblichen Personalentwicklung, im Führungskräftetraining und im Leistungssport. Coaching soll Menschen darin unterstützen, ihre spezifischen Aufgaben und Fragestellungen optimal zu erfüllen und zielführend mit dem jeweiligen Umfeld abzustimmen. Seit den 90er Jahren findet der Faktor "Mensch" im Coaching verstärkte Aufmerksamkeit. Heute weiß man, dass soziale Kompetenzen und emotionale Einflüsse oft noch entscheidender sind für den beruflichen Erfolg als die fachlichen Kenntnisse.
Der Begriff "Coaching" wurde in den letzten Jahren etwas inflationär auf immer mehr Bereiche übertragen - leider häufig auch von Anbietern, die über keine hinreichende Ausbildung für diese Beratungsform verfügen.

Ich persönlich spreche eher von Coaching bei Einzelberatungsprozessen mit eng umrissener Themenstellung und Zielsetzung, wo Entlastung und Trainingselemente überwiegen.
Wenn ich dagegen mit Teams oder Organisationseinheiten arbeite, wo es um vielschichtige Themenstellungen sowie um Abstimmungsprozesse von Sichtweisen, Kooperation und Arbeitstrukturen geht, ist das für meine Begriffe Supervision.


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