"Integrative Supervision und Organisationsentwicklung"
ist eine dreijährige Zusatzausbildung am international renomierten
Fritz-Perls-Institut (FPI) in Hückeswagen.

Sie vermittelt ein schulenübergreifendes Handlungsmodell der beruflichen Praxisreflexion mit den Zielen:
Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit,
Erweiterung der personalen, sozialen und professionellen Kompetenz und Performanz von Berufstätigen,
Förderung von Effizienz und Humanität in der professionellen Praxis.


Was ist mit "integrativ" gemeint?

Im integrativen Ansatz werden (kurz gesagt) unterschiedliche Sichtweisen zusammengeführt und in einen schöpferischen Dialog gebracht.
Die Sichtweisen entstammen den "Blickwinkeln" und "Brillen" einzelner Berufsrollen, Fachgruppen, Funktionsträger, Persönlichkeiten, Kulturgestalter, Situationsopfer usw...

Der Mensch strebt von Natur aus nach Wachstum und Erweiterung, unterliegt jedoch desöfteren den Verengungen seiner einseitigen Sicht der Dinge. Erst durch den Kontakt und Austausch mit anderen Perspektiven kommt er bei entscheidenden Entwicklungsschritten weiter.
Integrative Supervision ist darauf spezialisiert, vorhandene Perspektiven zu verbinden und zu ergänzen.
Dabei werden u.a. folgende Effekte erzielt:


der Blick trifft auf bislang "Übersehenes"
Bekanntes wird mit Unbekanntem verknüpft
"vergessene" Kraftquellen und -reserven werden wiederentdeckt
neue Sichtweisen befördern Verständnis und Kreativität
übergeordnete Zusammenhänge werden nachvollziehbar
neue Handlungsalternativen werden erschlossen
Komplexität und Verzettelung nehmen ab
Wesentliches und Verzichtbares werden unterscheidbar
Entscheidungen fallen leichter
mehr Selbstbewusstsein und Zuversicht
kollegiale Beziehungen gewinnen an Tragfähigkeit
...



Der hier zugrunde liegende integrative Ansatz wirkt in seiner Funktionsweise integrierend, weil er auch in seiner eigenen Konzeption und seinem Wesen nach integrativ ist. Er setzt sich aus einer Vielzahl von Erklärungsmodellen und Methoden aus verschiedenen Quellen zusammen (z.B. Gestaltarbeit, Psychodrama, kognitive Psycholgie, Soziologie, Neurobiologie, Systemtheorie...).
Aufgrund dieser Vielfalt von vernetzten Wissensbeständen und Bezügen eröffnen sich vielseitige Kombinations- und Einsatzmöglichkeiten in Praxisfeldern des Gesundheits-/Sozialwesen und der Wirtschaft.

Eine Besonderheit des Ansatzes ist die Beachtung der phänomenologisch-hermeneutischen Hintergründe des Denkens, Empfindens und Verhaltens von Menschen sowie der Kulturmerkmale von Organisationen.
Das sind Fragen wie: "Auf welche Weise verstehen Menschen ihre jeweilige Arbeitswelt und sich selbst darin? Welche Handlungs- und Deutungsmuster bilden sich in ihrem Erleben ab?"
Man kann daher Integrative Supervision als eine "Metadisziplin für die angewandten Human-, Organisations- und Sozialwissenschaften" bezeichnen.


Modebegriffe...

"lösungsorientiert": integrative Supervision konzentriert sich immer schon konsequent an vorhandenen Kompetenzen, Ressourcen und Erfolgen. Es ist meistens sehr viel nützlicher und motivierender, bei den Stärken anzusetzen als unnötigerweise vergessene Problemkisten auszugraben. Dennoch ist es gelegentlich wichtig, gegenwärtige oder zurückliegende Belastungen zunächst zu verarbeiten, bevor eine Lösungsfindung greifen kann.

"systemisch": im integrativen Ansatz wird der Begriff "mehrperspektivisch" vorgezogen. Letzterer betont stärker die Differenzierung von Betrachtungsweisen und -Ebenen, worauf sich auch "Systemiker" beziehen. Inhaltlich und methodisch gibt es daher viele Parallelen.

"prozess- und ergebnisorientiert": integrative Supervision ist beides.
Damit eine Beratung bedarfsgerecht, effizient und nachhaltig ist, benötigt sie eine klare Ausrichtung, die mithilfe sorgfältiger Diagnostik und Definition von Erfolgskriterien hergestellt wird. Die Zielerreichung wird dadurch überprüfbar und bekommt einen überschaubaren Zeithorizont.
Gleichwohl handelt es sich insbesondere bei Supervisionsanliegen nicht unbedingt um Projekte, deren Erfüllung von vorn herein stringent geplant und terminiert werden kann. Supervision behandelt oft gerade die dynamischen Entwicklungen im System des Kunden, wodurch sich durchaus auch die Themenschwerpunkte und Zielsetzungen der Supervision verlagern können. Dies kann nur ein hinreichend ergebnisoffenes Vorgehen leisten, das sich flexibel auf den Prozessverlauf einstellt.


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